Lange war ich auf der Suche nach mir selbst und suche nach wie vor noch

Mein beruflicher Traum seit meiner frühen Jugend sah wie folgt aus: ich im Kostümchen betraut mit den wichtigsten Angelegenheiten eines internationalen Konzerns. Geld würde ich genug verdienen, um mir allen Luxus leisten zu können,  den ich mir wünschte.

Und so sah es dann aus:

Begonnen hatte ich nach meinem BWL Studium für kurze Zeit im Außendienst. Doch relativ schnell machte ich mich selbständig mit zwei gut florierenden Einzelhandelsgeschäften. Es kamen meine beiden Kinder dazu und das Glück schien perfekt. Glückliche Ehe, tolle Kinder und beruflich erfolgreich. In mir kamen zwar ab und zu Gedanken, ob das wirklich mein Weg ist. Sie kamen zum Beispiel in Form meines Wissensdurstes nach einer gesunden Lebensweise. Ich hinterfragte immer mehr unsere Essgewohnheiten und änderte auch vieles. Auch das Thema „Lernen geht auch anders“ erweckte mein Interesse. Ich wollte mehr über alternative Schulformen wissen. Aber schnell hatte mich der Alltag und die Routine zurück und meine Ambitionen schob ich beiseite. Doch sie brannten weiter in mir. Irgendwann wurde mir klar, dass ich einen anderen Weg gehen wollte – weg vom klassischen Hamsterrad hin zum selbstbestimmten Leben.

Doch so einfach war das gar nicht. Steckt man erst einmal in der Spirale drin ist ein Ausbrechen echt schwer. Oft ist dies auch verbunden mit sozialem Abstieg und gesellschaftlicher Ächtung.Daher dauerte der Schritt bis zur Umsetzung 13 ganze Jahre.

Zum Entsetzen meiner Familie und Freunde begann ich im letzen Jahr doch meinen ganz persönlichen Weg.

Entsetzen daher, da sie bis heute teilweise die „alte“ Nicole nicht wieder erkennen.

Der neue Weg bedeutete viel Arbeit. Vor allem mit mir selbst. Bisher bestand mein Leben fast ausschließlich aus den Rollen Ehefrau, Mutter und Geschäftsfrau. Ich selber existierte in meinem Wortschatz so gut wie gar nicht. Doch das sollte sich nun ändern. Ich sollte der wichtigste Mensch in meinem Leben werden.

Und ich kann euch sagen: das war und ist immer noch harte Arbeit. Sich mit sich selbst zu beschäftigen und heraus zu finden was ICH wirklich will war und ist schwieriger als man denkt.

Aber inzwischen bin ich auf einen guten Weg . Und fühle immer mehr, dass ich meine Erkenntnisse gerne weitergeben möchte und vor allem Frauen in der gleichen Situation begleiten, unterstützen und zur eigenen Authentizität hinführen kann.